Vorwort

Viele, die darüber nachdenken, wie unsere Gesellschaft noch sein könnte, was noch alles möglich wäre, neigen nach Meinung des Autors dazu, ein paar Fehler zu machen:

  • Sie begraben den Zuhörer unter einem Berg von großen Begriffen und Ismen
  • In groben Zügen zeigen sie als nahezu zwangsläufig beschriebene Entwicklungen auf, die bei genauerem Hinsehen oft gar nicht so zwangsläufig sind.
  • Sie skizzieren die Welt mit abstrakten Wortwolken und am Ende hinterlassen sie noch nach Konkretem lechzende oder bereits die Schulter zuckende Leser.
  • Ihre Zukunft ist so weit weg, so dunkel und grau, so feindselig, dass sich zwar ein interessantes Setting, aber keine erstrebenswerte Vision ergibt.

Aber eigentlich will ich jedem dieser Denker, Reformer und Revolutionäre nur um eins bitten:

Beschreibe mir einen ganz normalen Tag in Deiner Zukunft!

In vorauseilendem Gehorsam möchte der Autor genau dieser Bitte nachkommen und einen stinknormalen Tag beschreiben. Er möchte einen Tag beschreiben, wie er wäre, wenn sich alles in seinem Sinne entwickelte, in einer nicht all zu fernen Zukunft.

Dies geschieht nicht zuletzt in der Absicht, anderen die Möglichkeit zu geben, das Gleiche mit ihrer Variante der Zukunft zu tun und darüber in interessante Gespräche zu kommen.

Inzwischen schält sich heraus, dass aus einem kurzen Artikel ein kleiner Roman wird. „Entwicklungsaufgaben“ ist eine Folge von Erzählungen, in denen in einer nicht all zu fernen Zukunft Ayodele, Kati und Hugo einen ganz normalen Tag durchleben. Im Zuge des täglichen Geschehens schaut jeder der drei aus seiner Perspektive auf die Vergangenheit zurück. So wird an vielen Stellen deutlich, wie sich – hoffentlich – die Zukunft von unserer heutigen Gegenwart unterscheiden könnte. Zudem wird sichtbar, wie viele „Entwicklungsaufgaben“ noch vor uns liegen.

Als erzählerische „Mayo“ auf den Pommes ist das Ganze eingerahmt und überschattet von einer Serie mysteriöser Träume, die in die Realität der Charaktere hineinreichen.

Was ist eine Entwicklungsaufgabe?

Der Begriff „Entwicklungsaufgabe“ geht auf den Amerikaner Robert J. Havighurst zurück. Er fasste darunter bestimmte Herausforderungen, die ein Mensch in einem bestimmten Lebensabschnitt bewältigen muss. Das Bewältigen oder das Scheitern an diesen definierten Aufgaben stellt oftmals wichtige Stationen in einer Biographie dar. Herausforderungen müssen gemeistert werden. Bewährungsproben wollen bestanden sein.
Der vorliegende Text bezieht das Konzept der Entwicklungsaufgaben auf die ganze Gesellschaft. Er stellt die Frage, welche Aufgaben heute schon bewältigt sind und mit der Bewältigung welcher weiteren Krisen die Menschheit zukünftig vermutlich zu kämpfen haben wird.

Inhalt

Die einzelnen Geschichten haben jeweils an ihrem Anfang und ihrem Ende per Link die Verbindung zur vorherigen und nachfolgenden Geschichte. Damit die Navigation etwas leichter ist, möchte ich hier nochmal auf die einzelnen Teile geordnet verlinken:

I Integration

II Virtuelle Realität

III Mein Baum

IV Earthship

V (Un?)Appetitliches

VI Semantische Netze

VII Geothermie

VIII Zwischensequenz „Ein bemerkenswertes Selbstgespräch“

VIII – II Hypodingsbums

VIII – III Verliebt

VIII – IV Biologistisch?

VIII – V Fortpflanzung

VIII – VI Coitus Interruptus
Durch die aktuelle Überarbeitungsrunde kommt es zu temporär doppelten Kapitel-Numerierungen. Ich bitte dies zu entschuldigen.

VI Prokrastination vs. Tomaten

VII a Anwendergeschichten

VII b Zwischensequenz: Unter Gesetzlosen

VIII Public Private Partnershit

IX Automatisierung im Extrem

X Functional Food

XI Unfreiheit oder Freiheit der Wissenschaft

XII Besser oder Geschlechter

XIII Von der Rolle

Der Turm

XIV Turm der Tiny Houses

XV Nikola und Nicola Tesla

XVI Bildung am ZIEL

XVII Zwischensequenz: Pazifistischer Widerstand 4.0

XVIII Der Fluch der Freiheit

IXX Kindergarten im Kinder-Garten

XX Sonnengeflecht

XI Zukunft