Schade eigentlich, so viel Zeit in Schule und Uni herumzusitzen und nur so wenig davon später anwenden zu können. Schade auch, über weite Strecken des Lebens etwas Ähnliches zu tun, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, oder? Wo bleibt da die Neugier, die Lust darauf, den Horizont zu erweitern? Es gäbe so viele neue Eindrücke, man würde nicht nur programmieren, sondern auch Post austragen, Mülltonnen leeren und Flüchtlingen helfen und in einer Band spielen...


2050 – Geburt

2055-2057 (5-7J.)
Die Basics – Ich will Astronaut werden!

♦ Im “pädagogisch geführten Lernen” Rechnen, Schreiben und Lesen gelernt, sowie Grundlagen der Astronomie und  Raketenphysik sowie dafür notwendige Basiskenntnisse aus den Bereichen Physik Chemie, Programmieren.

Hassan und ich, wir wollten eine Rakete wie in der Fernsehserie bauen und wir wollten ins Weltall. Der Lehrer hat gesagt, dass wir auf jeden Fall bei einem Raketenwettbewerb mitmachen können, bei dem die Rakete gewinnt, die am höchsten fliegt. Es gab ein Buch und einige Internetseiten mit der Anleitung für die Rakete. Nur mit den Bildern hat es nicht geklappt, also wollten wir schnell Lesen lernen (Schreiben haben wir dabei gleich mitgelernt). Und überall in dem Buch waren dann auch Formeln und Treibstoff haben wir ja auch gebraucht, also haben wir zusammen mit dem Lehrer alles gelernt, was man so wissen muss und wie man alles ausrechnen kann. Am höchsten ist unsere Rakete nicht geflogen, aber dafür waren wir auch die jüngsten, die teilgenommen haben.

Und weil da auch jemand von der ESA war, der die Raketen angeschaut hat und weil der dann auch hören wollte, wie wir denn unsere Weltraum-Reise geplant haben, da haben wir im Himmel alle Sterne gelernt, die man da sehen kann, weil man das ja dafür wissen muss, als Astronaut, wenn man im Weltraum herumfliegen will. Die ESA, da kommen übrigens alle die echten Astronauten her, in Europa.

2058 – 2059 (8-9 J.)
Neugier und eine Menge Fragen

Teilnahme an Pflichtexkursionen zum Neugier-Programm [*”Neugier wecken und Fragen anregen”; das sind Exkursionen und Kurzseminare zu verscheidensten wissenschaftlichen, technischen und künstlerischen Themen wie lokale Geschichte, Biologie, Politik, Psychologie, Geografie, Medien, Flöten- und Perkussionsunterricht]

  • Erlebnis-Woche: “Was machen eigentlich der Stadtrat und der Bürgermeister?”
  • Studien-Monat: “Wir behängen eine Wäscheleine mit Bildern und Fotos unserer lokalen Geschichte, von heute bis soweit wir zurückrecherchieren können”
  • Zwei Studien-Monate: 1000 Fragen zur Natur; “Im Rahmen von zahlreichen Waldexkursionen in kleinen Gruppen sollen die Kinder lernen, die Augen für viele Fragen und kleine Wunder zu öffnen”

Im zweiten Teil des Jahres 2058 fliege ich dann mit den Eltern nach Grossbritannien [Sensibles Alter für das Lernen von Sprachen], samt Sprachkursen für die Eltern. Austausch-Programm samt Wohnungstausch.

Das war lustig, als alle plötzlich ganz anders gesprochen haben. Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst. Aber ich hab gemerkt, dass es ganz leicht geht zu verstehen, was sie sagen und schon nach ein paar Wochen konnte ich fast normal mit allen reden. Auch meine Mama hat dann plötzlich diese andere Sprache mit mir gesprochen. Aber ich hab gemerkt, dass sie das nur mit mir so macht. Mit dem Papa redet sie noch ganz normal. Manchmal muss ich sie korrigieren, weil man das so nicht sagt. Ich weiss auch nicht genau warum, aber es fühlt sich nicht richtig an.

2060 (10 J.)
Der Einstieg ins Wirtschaftsleben: Ein Café

Betreiben des Schüler-Cafés zusammen mit einer Gruppe von Schülern, im Rahmen dessen Einführung in grundlegende Themen zu Betriebswirtschaft, Kochen, Steuerrecht, Gastronomie.

Wir sollen viele gesunde Sachen anbieten, aber ein paar ungesunde Sachen sind auch nötig, denn sonst kommen zu wenig Leute. Die Kids wollen manchmal einfach Pommes oder Spaghetti Bolognese. Wenn wir ein tolles neues Gericht kochen, dann schreiben wir das auf große Tafeln und machen auch ein paar Poster, damit möglichst viele davon wissen. Auch auf der Internetseite gibt es immer unser Angebot.

Manchmal beschreiben wir die Sachen auch ein bisschen positiver. Statt “Kuchen, 2 Tage alt” schreiben wir “Kuchen zum halben Preis”. Dann denken sich die anderen Schüler meistens selbst, dass das nicht der frisch gebackene sein kann.

Die Ware, die wir geliefert bekommen, müssen wir immer genau kontrollieren, denn wenn da schon viel schlecht ist, dann machen wir Verluste. Ein Mal haben wir schon den Lieferanten gewechselt.

Am Anfang hab ich gedacht, dass das sehr schwierig ist mit dem Buch führen für den Einkauf und den Verkauf, aber wenn man für alles die Technik nutzt, dann geht das eigentlich ganz leicht. Nur am Ende vom Monat müssen wir ein bisschen mehr rechnen und schreiben als sonst.
Die Steuererklärung ist schon schwieriger. Da will der Staat wissen, wie viel Umsatz wir machen weil wir ja auch einen Teil wieder abgeben müssen, damit z.B. Schulen gebaut werden können.

Wieder Auswahl aus einer Reihe von Pflichtexkursionen aus dem Neugier-Programm:

  • 1 Woche Kochkurs “Warum ich bei Sachen aus der Werbung vorsichtig sein sollte und was viel besser schmeckt!”
  • 1 Monat halbtags: 1000 Mal Neugier beim Kochen: “Warum werden Sachen knusprig? Kann Broccoli lecker sein? Welcher Superheld isst welches Gemüse und warum?
  • 1 Woche: Wir zeichnen – jetzt aber mal so richtig! 🙂

2061 (11 J.)
Kochen macht Spass

Fortgeschrittene Kochgruppe des Cafés, Kochen samt Grundlagen der organischen Chemie, Physik, Biologie und Lebensmittelkunde.

  • Neugier-Kurs, 1 Monat lang: “Du willst eine Webseite? Programmier sie dir doch selbst!”
    Bei dieser Gelegenheit entsteht ein Redesign der bisherigen Schülercafé-Webseite

2062 (12 J.)
Programmieren und Band

Jeweils die eine Hälfte des Tages Programmierkurs (+ Web-Programmierung).
Die andere Tageshälfte: Klavier- und EGitarren-Unterricht mit Freunden. Ziel: Eine Band!

2062 – 2065 (12-15 J.)
Literatur und Geschichte

Weil zwei Freunde dort angefangen haben:  Internationale Literatur- und Geschichte-Gruppe, die über das ursprüngliche Jahr hinaus mehrfach verlängert wird.
Gemeinsames Betreiben eines Blogs und Organisation einer Ausstellung “Von Monstren und tragischen Helden”, im Zuge dessen Erwerb von Französisch-Kenntnissen uvm.

Letztes “Pflicht”-Neugier-Programm:

  • 3 Mal pro Woche für ein halbes Jahr: Muskel-Yoga – wie du bis ins Alter beweglich bleibst und einen attraktiven Körper behältst
  • 2 Mal pro Woche: virtuell durch berühmte Gebäude klettern: Geschichtekenntnisse und Arm-/Bein-Koordination zusammen verbessern

2066-2070 (16-20 J.)
Die trägen Jahre

Arbeit in der lokalen Bibliothek sowie Mitarbeit in mehreren Online-Projekten

2071 (21 J.)
JobTausch statt Fitness-Center

Ziemliches Übergewicht. Teilnahme am Jobtausch-Programm. Für ein halbes Jahr Pakete ausliefern, mit drei Eingewöhnungsmonaten, in denen die Kondition langsam gesteigert werden kann. Jemand anderes hat dafür in der Bibliothek eine Onlinemedien- und Programmierschulung gemacht.
15 Kilo dauerhaft weniger und der feste Vorsatz, weiter regelmäßig Sport zu machen.

2071 – 2075 (21-25 J.)
Regenwald retten, Freundin Finden

Auffrischen der Chemie- und Biologie-Kenntnisse und danach Teilnahme an einem südamerikanischen Projekt zur Wiederaufforstung des Regenwaldes. Veröffentlichung mehrerer Studien zusammen mit anderen Teilnehmern der Gruppe. Bereitstellen eines eigenen Programmblocks für internationale Neugier-Programme.

2075-2080 (25-30 J.)
Stete Jahre

Gründung des Kulturcafés “Moskito” mit einer Gruppe in Hamburg
Zwei Kinder zusammen mit der Freundin großziehen

2081 (31 J.)
Wissensbilanz

Übergabe des Cafes an Nachfolgergruppe
Einstufungstest der bisherigen erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen.
Ergebnis: für verschiedene “verantwortungsvolle prüfende kommunale oder staatliche Stellen” im Bereich Biologie, Chemie und Literatur sind mit geringer Vorbereitung Zertifizierungen möglich.
Für den angestrebten Bereich Humanmedizin sind weitere Kurse und Praxis-Seminare notwendig, die in etwa einem Jahr zu leisten wären.

2081-2090 (31-40 J.)
Von der Schulbank zur Praxis

Absolvieren der Programme zur Mediziner-Zertifizierung zusammen mit vielen anderen Jungen und Alten
Arzt im Praktikum, dann 3 Jahre in einer Klinik, dann Praktizieren als Allgemeinarzt in eigener Praxis

2091-3005 (41-55 J.)
Von der Schulbank zur Praxis

Die Familie zieht nach Südamerika.
Arbeit dort halb in einem Labor für Tropenkrankheiten und halb als Allgemeinarzt.
Publikation mehrerer Studien zusammen mit Kollegen. Angebot von Neugier-Programmen

3005-3010 (55-60 J.)
Rückkehr nach Hamburg

Schreiben mehrer Bücher,  Mitarbeit im “Moskito”, Zeit mit den Enkeln verbringen

3010-3030 (60-80J.)
Ruhestand? Ruhe wovor???

Auffrischung medizischer Kenntnisse und Unterstützung junger Kollegen in ihrer Praxis.
Viel Neugier-Arbeit